zurück nach Brandenburg

Die schöne Sabine

Eine Steinfigur in Binenwalde und eine Geschichte zwischen Wirklichkeit und Legende.

Wer war Sabine?

Regionale Quellen nennen Sabine Cusig, 1715 in Zühlen als Tochter eines königlichen Heidereiters geboren. 1734 heiratete sie den Förster Ernst Ludwig Cusig, das Paar bekam fünf Kinder. Sabine starb am 4. Dezember 1783. Nach ihr soll der Ort Binenwalde benannt sein, der 1753 als Kolonie entstand.

Die Legende

Die Überlieferung macht aus ihr eine Försterstochter mit wunderschöner Stimme. Abends soll sie am Ufer des Kalksees gesungen haben, begleitet von einem Flötenspieler: Kronprinz Friedrich, dem späteren Friedrich dem Großen, der von Rheinsberg herübergekommen sein soll. Erst später soll sie erfahren haben, wer der geheimnisvolle Musiker war.

Fontane und die Romantik

Theodor Fontane besuchte die Ruppiner Schweiz im September 1864 und widmete der schönen Sabine ein kurzes Kapitel seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. In seiner Version gab der Liebhaber im Abenddämmer ein Zeichen zum Forsthaus mitten im See, und ein Kahn glitt aus dem Schilf. Manche Quellen sehen die schöne Försterstochter als Erfindung der Romantik des 19. Jahrhunderts. Die Grenze zwischen Chronik und Sage bleibt offen.

Zerstört und neu erschaffen

Das ursprüngliche Denkmal wurde 1945 zerstört. Zu ihm gehörten früher drei Putten, darunter ein Knabe mit Bienenkorb als Sinnbild des Fleißes. Ab 1998 erinnerten die Binenwalder mit einer improvisierten Metalltafel an die Figur, 1999 gründete sich der Heimatverein Binenwalde e.V. mit dem Ziel, sie wiederzuerrichten. Die heutige Figur entstand im Auftrag des Vereins, im Juni 2007, wie die Bronzetafel am Sockel vermerkt.

Die Figur und ihr Sinn

Eine junge, barfüßige Frau in fließendem Gewand, der Blick leicht nach oben gerichtet, als lausche sie einer Melodie vom See. Eine Hand liegt an ihrem Bauch, die andere auf dem Kopf eines sitzenden Hundes. Den Blick nach oben lesen wir als Anspielung auf den Gesang der Legende. Das ist unsere Deutung, keine Aussage des Bildhauers. Die Statue hält die Erinnerung an die Namensgeberin des Ortes wach, und dass sie nach über sechzig Jahren wieder zu sehen ist, verdanken die Binenwalder vor allem ihrem eigenen Einsatz.

Sabine entdecken

Von der Boltenmühle führt ein Rundweg von rund 8 Kilometern am Binenbach entlang zum Kalksee, weiter nach Binenwalde und zurück. Der Binenbach ist ein kurzer Wildbach zwischen Kalksee und Tornowsee und schlängelt sich durch alten Buchenwald.

Quellen: Gemeinde Gühlen-Glienicke, Wikipedia (Binenwalde), fontanes-wanderungen.de, Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, Inschrift der Bronzetafel.