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Historie der Boltenmühle

Von der königlichen Schneidemühle zum Hotel: rund 300 Jahre Boltenmühle.

Die Boltenmühle heute, mit Wasserrad und Terrasse

Eine Schneidemühle für den König

Die Geschichte der Boltenmühle beginnt 1718. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wollte der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. die Wirtschaft beleben und ließ in den großen märkischen Wäldern Schneidemühlen bauen. Auch am Zufluss des Tornowsees war eine vorgesehen. Der Kaufmann Hans Joachim Boldte, auch Bolten geschrieben, aus Rathenow erwarb ein Stück Land am damaligen Kalkseebach, dem heutigen Binenbach, und erhielt die Genehmigung zum Bau einer Schneidemühle, die er auf eigene Kosten errichten musste. An ihn erinnert vermutlich der Name der Mühle.

Ein schwieriger Start

Rentabel war die Mühle zunächst nicht: 1731 musste sie versteigert werden, und auch der nächste Besitzer verkaufte sie 1735 weiter, an Johann Klöckner. Die Familie Klöckner wirtschaftete erfolgreicher und verkaufte die Mühle 1791 mit erheblichem Gewinn. Die Bauern aus Braunsberg, Kagar, Linow und Wallitz waren als Zwangsmahlgäste verpflichtet, ihr Korn hier mahlen zu lassen. Um 1800 war die Boltenmühle als Wasser-, Mahl- und Schneidemühle mit zwei Wohngebäuden verzeichnet, in denen elf Menschen lebten.

Die Familie Ramm

1823 kaufte Mühlenmeister Wilhelm Christian Ramm die Mühle, und seine Familie bewirtschaftete sie über mehrere Generationen bis 1932. 1841 wird sie als Wasser-, Mahl- und Schneidemühle beschrieben. Verwaltungsmäßig wechselte der Ort mehrfach: 1895 wurde die Boltenmühle in den Gutsbezirk Neuglienicke eingegliedert, 1929 in die Gemeinde Rheinsberg-Glienicke, und seit 1950 gehört sie zu Gühlen-Glienicke.

Vom Mühlenbetrieb zum Ausflugsziel

1932 kaufte Bäckermeister Alfred Schultze aus Rägelin die Boltenmühle und baute die frühere Schneidemühle zu einem Ausflugslokal mit Übernachtungsmöglichkeit um, der Beginn des Fremdenverkehrs an diesem Ort. Anfang der 1950er Jahre übernahm Karl Römer das Anwesen und machte es zu einem gut besuchten Gasthof.

Zu DDR-Zeiten

Ab 1959 verwaltete die Gemeinde die Boltenmühle treuhänderisch, später lag sie bei der Konsumgenossenschaft des Kreises Neuruppin, die sie bis 1992 führte. Die Mühle war ein beliebtes Ausflugslokal, im Sommer fuhr das DDR-Reisebüro sonntags hierher, und sie galt als einer der beliebtesten Ausflugsorte der Ruppiner Schweiz.

Brand und Wiederaufbau

1992 zerstörte ein Brand das Gebäude. Später wurde das historische Haus wieder aufgebaut. Heute ist die Boltenmühle Hotel und Restaurant.

Älter als die Mühle

Der Ort hat eine noch ältere Geschichte: Westlich der Mühle liegt der Weilickenberg, auf dem eine Höhensiedlung aus der jüngeren Bronzezeit gefunden wurde. Früher wurde die Mühle auch Wilckenbergische Mühle genannt, und das rund 17 Hektar große Plateau oberhalb der Mühle wurde 1934 als archäologischer Fundplatz ausgewiesen.

Quellen: Wikipedia (Boltenmühle), guehlen-glienicke.de (Chronik von Boltenmühle), brandenburg-sehenswert.de, myheimat.de.